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Home / Motorrad-Hersteller  / BMW / Ernst Jakob Henne - Seite 2
 
 
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Ernst Jakob Henne - die Rennfahrerlegende - Seite 2

 
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Erfolg im Gelände
Ende der 20er Jahre gilt Ernst Henne als einer der besten und vielseitigsten Motorradfahrer in Deutschland. Er hat bei seinen Renneinsätzen bewiesen, dass er von der Kurz- bis zur Langstrecke, vom Asphalt bis zur Schotterpiste alle Disziplinen beherrscht. Auf der Suche nach neuen Herausforderungen nimmt er 1929 an der Internationalen Sechstagefahrt teil.

Neue Herausforderungen
Der Wettbewerb findet dieses Jahr in den Alpen statt, Start ist in Garmisch-Partenkirchen und über Österreich, Italien und Frankreich geht es bis in die Schweiz, zum Zielort Genf.
Ernst Henne leistet sich mit seiner 750er BMW nur wenige Fehlerpunkte und erringt eine Silbermedaille. Damit hat er sich als Neuling im vorderen Drittel der 168 Teilnehmer platziert. Bis auf den Großen Preis von Deutschland und das Marienberger Dreiecksrennen nimmt Ernst Henne 1929 an keinem weiteren nennenswerten Rennen teil. Dies hat mehrere Gründe: Da ist zunächst die Hochzeit mit seiner langjährigen Jugendliebe Maria Magdalena Riep.

Konzentration auf Sechstagefahrten
Verständlicherweise rückt damit beim unsteten Rennfahrer Henne das Privatleben etwas mehr in den Vordergrund. Dann übernimmt er in diesem Jahr auch die Vertretung für BMW Automobile und muss sich verstärkt um seinen Betrieb in München kümmern.

Schließlich sind es die anstehenden Weltrekordversuche, deren Vorbereitungen ihm wenig Zeit für weitere sportliche Aktivitäten lassen. Auch 1930 hält sich Ernst Henne bei überregionalen Rennveranstaltungen zurück. Umso größer ist die Überraschung 1931, als er bei der Internationalen Sechstagefahrt in den italienischen Dolomiten als Mannschaftsführer auf einer BMW R 16 die deutsche Trophy-Mannschaft mit Julius von Krohn auf Zündapp und Josef Mauermayer/ Ludwig Kraus im R 16 Gespann anführt.

Während Henne und Mauermayer/ Kraus die sechs Tage strafpunktfrei absolvieren und sich eine Goldmedaille sichern, fängt sich von Krohn unglücklicherweise sechs Strafpunkte ein, so dass die Mannschaft knapp von den verlustpunktfreien Italienern geschlagen wird. Dies ist dennoch der bis dahin größte Erfolg einer deutschen Mannschaft bei diesem Wettbewerb.

Henne führt auch 1932 wieder das deutsche Team an. Für von Krohn ist Joseph Stelzer in die Mannschaft gerückt, so dass in diesem Jahr ein reines BMW Team die deutschen Farben vertritt. Henne und Stelzer absolvieren den Wettbewerb fehlerfrei, aber in diesem Jahr ist es das Gespann, das in Folge eines kapitalen Schadens am Beiwagenrad 36 Strafpunkte kassiert. Deutschland belegt hinter den siegreichen Briten und den Italienern den dritten Platz.

Deutschlands Erfolg
1933 kommt dann endlich der lang ersehnte Triumph: Wieder sind es Henne, Stelzer und Mauermayer/Kraus, die auf BMW die deutsche Mannschaft stellen.
Der schärfste Konkurrent ist Titelverteidiger England. Das Team hat bei den bisherigen 13 Veranstaltungen nicht nur sieben Mal gewonnen, es hat in Wales zudem den Heimvorteil auf seiner Seite.

Schon beim Start ist allen Beteiligten klar, dass Kleinigkeiten dieses Rennen entscheiden werden. So absolvieren auch beide Teams die ersten Tage fehlerfrei, doch am dritten Tag erleidet Henne einen Plattfuß. Er muss den Reifen flicken, dem Reglement entsprechend ohne fremde Hilfe. Über 20 Minuten verliert er dadurch, und jede angefangene Minute, um die der Fahrer die Zeitkontrolle verpasst, bedeutet einen Strafpunkt.

Henne startet eine furiose Aufholjagd, dank derer er mit lediglich 40 Sekunden Verspätung die Zeitkontrolle erreicht und sich somit nur einen Strafpunkt einfängt. Beinahe zeitgleich kassiert der Engländer Bradley, der sich im dichten Regen verfahren hat, deren zwei. Da beide Mannschaften die verbliebenen drei Tage fehlerfrei bleiben, endet der Wettkampf denkbar knapp zu Gunsten der BMW Mannschaft. Das Rennen – und da sind sich viele Beobachter einig – hat Henne an der dritten Tagesetappe mit seiner schnellen Reparatur und der beherzten Fahrt entschieden.

Henne als Botschafter Deutschlands und der BMW
Der Mannschaft wird bei der Rückkehr in München ein begeisterter Empfang bereitet, schließlich haben die drei BMW Fahrer die inoffizielle Europameisterschaft im Geländesport gewonnen.
Die Engländer erweisen sich als faire Verlierer, in der Zeitschrift Motor Cycle findet sich folgende Würdigung: „Große Ehre gebührt den Siegern für ihre hervorragende Leistung, die Mannschaft war hervorragend organisiert, fuhr sportlich, und ihre Motorräder – alles 750 Kubik Boxer mit Kardanantrieb – beendeten den Wettbewerb in hervorragender Verfassung“ (Originalzitat in Englisch in Motor Cycle 28. Sept. 1933). Die von Herzen kommenden Glückwünsche der Engländer zeigten, „..wie angetan alle vom fairen sportlichen Verhalten und dem wohlverdienten Sieg der Deutschen waren.“

Dies ist nicht ganz selbstverständlich, schließlich sehen sich die Briten – teilweise zu Recht – als Nabel des internationalen Motorradrennsports, und die Presse favorisiert eindeutig die einheimischen Fahrer und Marken.

Doch die deutsche Mannschaft unter Führung von Ernst Henne hat jegliche Ressentiments im Keim erstickt. Denn neben seinem überragenden Können ist es vor allem Ernst Hennes Auftreten abseits der Rennstrecke, welches ihm über alle Landesgrenzen hinweg große Reputation einbringt.
Damit ist er für BMW nicht nur sportlich unverzichtbar, seine Rolle als Repräsentant der Marke kann in jenen Jahren nicht hoch genug eingeschätzt werden.

Zweimalige Titelverteidigung
Mit dem Erfolg der Mannschaft in Wales hat Deutschland auch das Austragungsrecht für die Sechstagefahrt 1934 errungen. Gefahren wird in den Bergen um Garmisch und Partenkirchen. Das deutsche Team startet in der Besetzung des Vorjahres wiederum auf BMW R 16. Die Veranstaltung 1934 übertrifft an Spannung noch die Sechstagefahrt des Vorjahres: Es entwickelt sich ein packender Dreikampf zwischen den Gastgebern, den Briten und den Italienern.
Nach einem Strafpunkt für den Engländer Perrigo entscheidet am sechsten Tag erst das Abschlussrennen das Duell der beiden fehlerfreien Mannschaften Deutschland und Italien. In einem spannenden Finish kann sich das deutsche Team durchsetzen und entscheidet nach sechs Tagen mit gerade mal sechseinhalb Sekunden Vorsprung den Wettbewerb für sich.

1935 findet die Sechstagefahrt wiederum in den deutschen Alpen statt, diesmal in der Gegend um Oberstdorf. In der Mannschaft gibt es eine Änderung, Ludwig Kraus ist vom Beiwagen an den Lenker des Gespanns gewechselt, seinen Platz im Boot übernimmt nun Josef Müller. Statt den seriennahen 750-ccm-Pressstahl-Modellen werden nun 500-ccm-Kompressor-Rennmaschinen eingesetzt.

Henne und „Neuling“ Kraus bleiben strafpunktfrei und können Stelzers Fehlerpunkte ausgleichen. Mit 25 Strafpunkten kann Deutschland den Titel wiederum erfolgreich verteidigen und die Tschechen (66) und Briten (401) auf die Plätze verweisen.

Konstant in Europas Spitze
Auch 1936 tritt Deutschland mit der Vorjahresmannschaft an. Ernst Henne hat bereits zu Beginn Probleme mit dem Motor. Durch eine Zeitüberschreitung kassiert er zwei Strafpunkte, am Tag darauf muss er gar einen Kolben am Motor wechseln, weitere 15 Fehlerpunkte sind die Folge.
Obwohl die Mannschaftskollegen fehlerfrei bleiben, bedeuten diese 17 Strafpunkte „nur“ den zweiten Platz hinter den fehlerfreien Briten. Als die Sechstagefahrt 1937 stattfindet, fehlt Ernst Henne in den Starterlisten. Eine Krankheit hat ihn „ausgebremst“, so dass ihm die sportliche Revanche verwehrt bleibt. Aber mit drei Trophy-Gewinnen im Team sowie vier Gold-, zwei Silber- und einer Bronze-Medaille in der Einzelwertung hat sich Ernst Henne auch als Geländesportler in Europas Spitze gefahren.

Der schnellste Mann der Welt
Das umfangreiche Reglement der FICM, der Fédération Internationale des Clubs Motocyclistes, lässt sich in etwa in folgenden Worten zusammenfassen: „Um äußere Einflüsse weitgehend auszuschließen, gilt es, eine gerade Strecke von exakt einem Kilometer oder einer Meile Länge und maximal einem Prozent Gefälle in beiden Richtungen zu durchfahren. Die Rückfahrt hat unverzüglich innerhalb von zehn Minuten zu erfolgen. Die gefahrene Geschwindigkeit ergibt sich aus dem Mittel beider Fahrzeiten.“

Vorbereitungen auf den Rekord
Wenn sich mit einem Weltrekord auch nicht die Frage nach dem Besten – ob Fahrer oder Motorrad – beantwortet, so kann zumindest die nach dem Schnellsten objektiv ermittelt werden. Denn die Stoppuhr, der einzige Gegner bei einer Rekordfahrt, ist unbestechlich.

Ernst Henne, dessen gesunder sportlicher Ehrgeiz ihn immer wieder an seine Grenzen treibt, hat sich zum Ziel gesetzt, zumindest einmal den Rekord nach Deutschland zu holen. Es ist klar, dass die BMW Motorräder, die bisher bei den Rennen eingesetzt werden, hierfür ungeeignet sind.
Während der schmale und leichte Rahmen zumindest als Basis für das Fahrwerk auch einer Rekordmaschine dienen kann, fehlt es dem Motor in seiner bisherigen Form eindeutig an Leistung. Rudolf Schleicher erzielt mit aufgeladenen Motoren erste Erfolge, als er aber die Versuche auf Geheiß des BMW Chefkonstrukteurs Max Friz 1927 einstellen muss, verlässt er BMW.
Als Henne mit seinem Rekordvorhaben bei Franz Josef Popp, dem Vorsitzenden des BMW Vorstands, vorspricht, erinnert sich dieser an die Versuche Schleichers und ordnet an, auf Basis von dessen Vorarbeiten den Kompressormotor zu vollenden. Es ist vor allem Schleichers langjähriger Mitarbeiter Josef Hopf, der die Arbeiten weiterführt, aber auch die Ingenieure Brenner und Fockenberg sowie Max Friz selbst beteiligen sich an der Fertigstellung des Ladermotors. Das Fahrgestell und die Verkleidung entstehen mit Josef Hopfs Hilfe in Ernst Hennes eigener Werkstatt, wobei am Fahrwerk Sperrholz, mit schwarzem Klebeband befestigt und umwickelt, zum Einsatz kommt.

Als die Hochzeitsreise die Hennes nach Paris führt, macht er Abstecher zum Motodrom von Montlhéry und zur benachbarten, sechs Kilometer langen und 14 Meter breiten Betonpiste von Arpajon.

Dort haben die Engländer ihre Rekordfahrten abgehalten, und er studiert die Besonderheiten der Strecke. Bereits zuvor hat er sich mit den BMW Verantwortlichen über das exakte Reglement informiert und sich auf die Suche nach einer geeigneten Rekordstrecke gemacht.
Man findet sie schließlich direkt in der Nachbarschaft des Werkes, es ist die Landstraße nach Ingolstadt. Nur wenige Kilometer vor den Toren der Stadt hat diese Straße einen knapp vier Kilometer langen, geraden und ebenen Abschnitt, der für die Fahrt geradezu ideal erscheint. Bereits 1923 wurden hier mit dem ersten BMW Sport-Prototypen Geschwindigkeiten von 120 km/h erzielt. Dass die Straße nur sechs Meter breit ist und direkt an den Straßenrändern Bäume stehen, scheint niemanden zu stören: Ernst Henne beginnt im August mit dem Training.
Am 19. September soll es dann soweit sein: Ernst Henne wird mit einer 750-ccm-Kompressor BMW zum ersten Mal auf die Jagd nach dem Rekord gehen. Dass der Engländer Herbert Le Vack den Rekord ein paar Wochen zuvor auf 207,5 km/h geschraubt hat, verunsichert Henne und seine Helfer nur kurz, schließlich hat man bei inoffiziellen Trainingsfahrten bereits mehrmals die 200-km/h-Marke durchbrochen.

Der Rekordtag
Als die BMW Mannschaft am Donnerstag früh um halb fünf aufbricht, um vor Ort die letzten Vorbereitungen abzuschließen, zeigen sich erste Probleme: In der Nacht hat es leicht geregnet, so dass die Strecke noch feucht ist. Deshalb beschränkt sich Henne bei den ersten Testfahrten auf Geschwindigkeiten um 170 Stundenkilometer, und schon hier braucht er statt der bisherigen 1.000 rund 2.000 Meter, bis er sein Motorrad nach Abfahren der Rekordstrecke zum Stehen bringt.
Langsam strömen immer mehr Zuschauer hinzu, gegen 7 Uhr in der Früh werden es rund 1.000 sein, und dies obwohl die für die Sperrung der Strecke zuständige Polizeidirektion jegliche Werbung für die Rekordversuche untersagt hat. Doch die Gerüchte, dass an diesem Morgen vor den Toren Münchens Weltrekordversuche stattfinden sollen, hat sich wie ein Lauffeuer bei den Münchner Motorradfreunden herumgesprochen. Auch zahlreiche Journalisten – diese werden vom Werk mit einem eigens von der Firma Wanderer ausgeliehenen Bus an die Strecke gebracht – wohnen dem großen Ereignis bei.

Der Neuaufbau der elektrischen Uhr verzögert den Start. Zum Einsatz kommt der bewährte Zeitmessapparat der Firma Löbner, der mit dünnen Drähten, die über die Straße gespannt sind, ausgelöst wird und die Zeitmessung auf einem Papierstreifen protokolliert. Es handelt sich hier um einen äußerst empfindlichen Apparat, einen von lediglich dreien, die von der FICM überhaupt zugelassen sind.

Um sie vor den Regengüssen der Nacht zu schützen, wurde die Anlage am Vorabend komplett demontiert. Die Neuinstallation und exakte Justierung nehmen am Morgen einige Zeit in Anspruch. Als der Zeitmesser dann einsatzbereit ist, ist die Strecke so weit abgetrocknet, dass Henne das Tempo bei den Trainingsfahrten forcieren kann.

Gegen sieben Uhr in der Früh macht sich Ernst Jakob Henne an den Start zum ersten Rekordversuch. Bekleidet ist er mit einem weißen Woll-Sweater, Breeches, die mit Gummibändern eng an die Beine festgebunden sind, Lederstiefeln und einem Helm in Tropfenform.

Der erste Weltrekord
Die an der Strecke stehenden Zuschauer werden aufgefordert, sich flach hinzulegen, um den Fahrer nicht zu irritieren, und Henne lässt die von einem Kompressor beatmete 750 ccm BMW aufheulen. Doch der Versuch muss abgebrochen werden, da sich bereits kurz nach dem Start der Reifen von der Felge dreht.

Gegen halb neun Uhr gibt Rennleiter Franz Bieber den nächsten offiziellen Versuch frei: Ernst Henne beschleunigt das Motorrad, und als er den dünnen Draht auf der Startlinie durchtrennt, lösen neben den offiziellen Zeitnehmern auch zahlreiche Journalisten und Zuschauer zur Kontrolle ihre Stoppuhren aus: Knapp 17 Sekunden vergehen, bis er den Draht exakt 1.000 Meter später durchfährt, weitere 10 Sekunden sind es bis zum dritten Draht nach 1.608 Metern, was exakt einer Meile entspricht. Henne macht sich sogleich auf die Rückfahrt, die gestoppten Zeiten bringen nochmals eine geringfügige Verbesserung. Auch wenn die Ergebnisse der elektrischen Zeitmessung zunächst unter Verschluss gehalten werden, ist jedem Augenzeugen klar, dass Henne auf Rekordkurs ist: Zwischen 215 und 220 km/h sind die handgestoppten Zeiten der Beobachter, selbst unter Einbeziehung einer gewissen Unschärfe ist genügend Luft zu den 207 km/h, die Le Vack kurz zuvor als absolute Bestmarke festgeschrieben hat.

Die nächsten Rekorde im Visier
Dann wird die Hinterradübersetzung gewechselt, und Henne versucht sich an den Weltrekorden über den Kilometer und die Meile mit stehendem Start. Aus dem Stand heraus treibt Henne das Motorrad zur Höchstleistung, und es vergehen knapp 26 bzw. 36 Sekunden, bis die Drähte durchtrennt sind. Die Fachleute im Publikum mit ihren Stoppuhren errechnen Geschwindigkeiten von rund 140 km/h für den Kilometer und von 160 km/h für die Meile aus stehendem Start.
Offiziell darf die Zeitnahme sich nicht äußern, denn zunächst muss die Prüfung der FICM abgewartet werden. Die BMW Verantwortlichen, die ebenfalls Stillschweigen wahren müssen, werden aber insoweit informiert, dass sie wissen, dass die bisher gültigen Geschwindigkeiten überboten sind.
Dann tritt eine Pause ein. Während Henne sich ein wenig ausruhen darf, wechseln die Mechaniker den Motor gegen ein 500-ccm-Aggregat aus, da noch die Rekorde in dieser Klasse geschlagen werden sollen. Es gibt jedoch unerwartete Probleme: Gegen 13.00 Uhr – Ernst Henne ist seit vier Uhr in der Früh auf den Beinen und steht seit sieben Uhr nahezu ununterbrochen unter Höchstspannung – löst sich bei einer Rekordfahrt eine Schraube an der Vorderradachse, und die Achse fällt durch. Nur mit viel Mühe, fahrerischem Können und einer gehörigen Portion Glück kann Henne das Motorrad auf der Strecke halten.

Ein Sturz hätte fatale Folgen für den Rekordfahrer – aber wohl auch für die Schaulustigen, die sich entlang der Strecke aufhalten. Die Rekordfahrten werden abgebrochen.
Immerhin hat Henne nach allgemeiner Meinung an diesem Tag acht Weltrekorde aufgestellt: Über den Kilometer und die Meile in der 750- wie in der 1.000-ccm-Klasse jeweils mit fliegendem und stehendem Start. Mit der Zeit über den fliegenden Kilometer hat er zudem den absoluten Weltrekord, oder wie Henne ihn nennt, den „Allerweltrekord“ an sich gerissen.

 
 
 
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Foto © BMW AG

 
 
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