Autonews,Autobilder,Auto-Enzyklopädie

News Motorrad-Info Motorrad-Bilder Sonstiges Webverzeichnis  

Auto

Motorrad

 

   
 
Motorrad News
Motorrad info
Motorrad Chronik
Motorrad-Historien
Motorrad-Events
Besuchte Events
Motorradclubs & Vereine
Tipps beim Fahrzeugkauf
Fahrertipps
Wartung & Pflege
Motorradmuseen
Motorradbücher
alle Motorradhersteller
Routenplaner
Verkehrsinfo
Bußgeldkatalog
Länderkennzeichen
Verkehrszeichen
Kfz-Kennzeichen
Motorrad-Bilder
Sonstiges
Webverzeichnis
 
     
     
     
   

 
 

Motorrad-Info ...

 
 
Home / Motorrad-Hersteller  / Hercules / Firmengeschichte von Hercules
 
 
verwandte Themen:
 
Motorradinfo
Planen Sie einen Motorrad- Urlaub? Nutzen Sie kostenlose Routenplaner um ihre Tour zu planen oder suchen Rat beim Motorradkauf? Der Artikel "Tipps & Tricks beim Motorradkauf" berät sie und gibt auch Auskunft worauf sie besonderst achten sollten. Sie finden hier auch Fachzeitschriften & Bücher rund ums Motorrad, sowie eine Auflistung von bekannten Museen und viele weitere hilfreiche Informationen.
Motorrad-info
Anzeige:
 
     
 

Hercules Firmengeschichte

 
Geschichte
Das Unternehmen wurde von Carl Marschütz (*1863 in Burghaslach, †19. April 1957 in Los Angeles) am 5. April 1886 als Velozipedfabrik Carl Marschütz & Co. in der Nürnberger Bleichstraße gegründet. Nachdem der Bruder des Gründers, Heinrich Marschütz, als kaufmännischer Leiter in das Geschäft eintrat, firmierte es ab 1887 als Nürnberger Velozipedfabrik Hercules. Das Unternehmen wuchs schnell. Schon 1888 musste die Produktion aus Platzgründen in die Fürther Straße 61 umziehen. 1890 beschäftigte man noch 75 Mitarbeiter, die 1000 Fahrräder herstellten, vier Jahre später waren es bereits doppelt so viele, die 4700 Fahrräder produzierten. 1895 konnte man ein neu errichtetes Firmengelände in der Fürther Straße 191-193 beziehen. 1896 beschäftigte man 250 Arbeiter und produzierte 6500 Fahrräder. 1897 wird die Firma in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.

Wurden in den ersten Jahren ausschließlich Fahrräder produziert, wurden ab 1905 auch Motorräder produziert, aber schon 1907 wieder eingestellt. Seit 1928 lohnte es sich deswegen Motorräder wieder zu bauen, da in Deutschland für Motorräder unter 200 cm³ die Führerscheinpflicht und die Steuerpflicht wegfiel.

Hercules hatte bis dahin für die Motorräder selbst keine Motoren hergestellt, sondern immer Fremdmotoren eingebaut. Als man 1930 bei Fichtel & Sachs in Schweinfurt begann auch Motoren zu fertigen, fanden diese sofort auch bei Hercules Verwendung. Hercules etablierte sich im Marktsegment der leichten Motorräder bis 200 cm³ und der Fahrräder mit Hilfsmotor. Die Zusammenarbeit mit Fichtel&Sachs war im Fahrradsegment schon seit Anfang des Jahrhunderts u.a. wegen der Torpedo-Freilaufnabe sehr eng.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Hercules-Werk durch Bombenangriffe zu 75 Prozent zerstört. Die verbliebenen Werkzeuge und Maschinen wurden von den Amerikanern der Demontage unterstellt und ins Ausland verkauft. Die Fahrradproduktion konnte sehr bescheiden erst 1946 wieder aufgenommen werden. Seit 1949 wurden auch wieder Motorräder hergestellt. Neuer Eigentümer von Hercules wurde die Dresdner Bank. 1956 kaufte Max Grundig Hercules. 1958 kaufte Fichtel&Sachs Hercules über Strohmänner auf. Da Motoren von Fichtel&Sachs auch von Konkurenzfirmen verwenden wurden, blieb diese Eingliederung von Hercules in den Sachs-Konzern bis 1962/1963 geheim. 1965 kaufte Fichtel&Sachs auch die Zweirad-Union (Victoria, Express, DKW), in deren Werk in der Nopitschstraße 70 zunächst die Mofaproduktion von Hercules umzog, später die gesamte Firma. Seit dieser Zeit verwendete Hercules im Ausland, wenn der Markenname "Hercules" nicht verwendet werden durfte, auch die Bezeichnungen "Sachs" oder "DKW" auf dem Tank der Motorräder. 1993-1996 verkaufte Hercules unter eigenem Namen von Peugeot hergestellte Roller.

Der Fichtel&Sachs-Konzern wurde 1987-1991 vom Mannesmann-Konzern übernommen. Die Fahrrad-Sparte von Hercules wurde zusammen mit dem Markennamen "Hercules" 1995/1996 an die holländische Atag Cycle Group verkauft, die Produktion von Fahrrädern in Nürnberg damit beendet. 1997/98 wurde auch die Produktion von Motoren bei Fichtel&Sachs eingestellt. Die ehemalige Motorrad-Produktion von Hercules wurde in "Sachs Fahrzeug- und Motorentechnik" umbenannt und 1998 an die holländische Whinning Wheels Group (Koch-Kleeberg-Gruppe) verkauft. 2001 kaufte eine Gruppe Hercules-Manager die Reste der Firma, die sich seither Sachs Bikes nennt. 2004 wurde der Produktionsstandort in der Nopitschstraße geräumt, produziert wird seither überwiegend in China, unter Verwendung von Honda-Motoren. Im Nürnberg befinden sich nur noch die Entwicklung und der Vertrieb.


Die LKW-Produktion
Ab 1898 entwickelte Hercules auch LKW-Elektrofahrzeuge. Ab dem Jahr 1905 wurden Lastkraftwagen mit Verbrennungsmotoren produziert in dem Betrieb mit 250 Beschäftigten. Es wurden Lieferwagen bzw. LKW von 1,5 - 3 t Nutzlast mit eigenen entwickelten Motoren gebaut. Ab 1912 wurden auch LKW mit Ketten- und Kardanantrieb hergestellt. Nach dem ersten Weltkrieg hatte die LKW-Produktion wenig Erfolg und der LKW-Bau musste im Jahr der Wirtschaftskrise 1928 eingestellt werden.

Ära der Mopeds, Mokicks und Kleinkrafträder
In den 1960er und 1970er Jahren war Hercules im deutschen Markt der leichten Krafträder sehr bekannt und erfolgreich. Das Modellprogramm begann bei 50-cm³-Mopeds und -Mofas, ging über zweisitzige Mokicks und Kleinkrafträder bis hin zu leichten Motorrädern mit 100 cm³ und 125 cm³.

1963 wurden die Hercules-Werke vom Konzern Fichtel und Sachs übernommen. 1965 übernahm Hercules die Zweirad Union und produzierte identische oder nur in winzigen Details modifizierte Parallel-Angebote zum eigenen Programm unter den Zweirad-Union-Marken DKW, Express und Victoria.

Das bei Hercules praktizierte Baukasten-Prinzip bedeutete die Produktion nur weniger Grundtypen an Fahrzeugen einerseits, und Motorentypen des Mutterkonzern Fichtel & Sachs andererseits. Rahmen und Motoren wurden in vielfältigen Kombinationen verbaut. Klassisch gab es zunächst gebläsegekühlte Mopedmotoren mit Tretkurbeln oder Kickstarter, die mit Zweigang- und Dreigang-Ziehkeilgetrieben für den Antrieb von Mopeds und Mokicks dienten, und leistungsgesteigerte Drei- und Viergangmotoren zum Antrieb der Kleinkrafträder ohne Geschwindigkeitsbeschränkung.

Mit einem neuen fahrtwindgekühlten Grundmotor von 2,9 PS und Dreigang- und Vierganggetriebe mit Kickstarter wurden Mokicks ausgerüstet; der optisch gleiche Motor diente mit verbreitertem Fünfganggetriebe und 5,3 PS den Kleinkrafträdern als Antrieb und wurde zuletzt mit großen Fächerrippen-Kühlflächen und 6,25 PS angeboten. Die letzte Ausführung wurde auch mit Wasserkühlung und 6-Ganggetriebe hergestellt und diente als Ausgangsbasis der nachfolgenden 80-cm³-Leichtkraftradmotoren, die nur mit 5 Gängen auskommen mussten.

Leistungslimitierungen für die 40 km/h-Grenze des kleinen Versicherungskennzeichens wurden in der Serienfertigung zuvorderst mit kleinen Vergaser-Querschnitten erzielt; ein illegaler Vergaser-Umbau eröffnete teils Drehzahlerweiterungen um über 60% und eine entsprechende Höchstgeschwindigkeit nahe der von Kleinkrafträdern. Solche ungesetzlichen Umbauten führen bei Kontrollen und nach Unfällen zum Entfall der Versicherungshaftung, Regressansprüchen und ggf. zu weiteren Problemen z. B. wegen Fahrens ohne Führerschein.

Parallel wurden im unteren Segment neue Motoren mit waagerechtem Zylinder und Tretkurbeln eingeführt, die die alten Gebläsemotoren ersetzten. Diese Motoren mit Eingang-Fliehkraftautomatik- oder handgeschaltetem Zweigang-Getriebe wurden in Mofas (25 km/h) und Mopeds (40 km/h) verbaut.


Motorräder
Auch in größeren Hubräumen wurden Hercules- und DKW-Motorräder für Inhaber des Motorrad-Führerscheins angeboten: den zunächst gebauten Motoren mit Vierganggetriebe und 8,5 bis 10 PS mit 100 cm³ folgte ein Fünfgangmotor mit zunächst 12,5 und dann 17 PS (6-Gangvariante) aus einem Hubraum von 125 cm³. Ganz dreiste „Hobbytuner“ bauten teils diesen großen Motor in Mokick-Rahmen mit kleinem Kennzeichen ein und fuhren mit ihm statt der erlaubten 40 km/h bis zu 140 km/h. Aus dem Baukastenprinzip sind die Anschlussmaße der Motoren und Fahrwerke zueinander passend und können (zumindest technisch) ohne Probleme verbaut werden. Solche Fahrzeuge sind nach amtlichen Beschlagnahmungen in diversen Polizeimuseen ausgestellt worden, u.a. in Düsseldorf.

Die Bundeswehr kaufte Kradmeldermaschinen bei Hercules: das Modell K 125 Bw „Military“ und ab 1991 bis 1996 die K 180 Bw. Eine Besonderheit war das erste serienmäßige Wankel-Motorrad, die Hercules Wankel 2000, das unter Verwendung eines modifizierten Schneemobilmotors entstand.


Kleinkrafträder
Durch steigende Unfallzahlen wurden die 50-cm³- Kleinkrafträder in den Versicherungsprämien extrem teuer. Der Gesetzgeber verbot ab 1. April 1982 die Neuzulassung von KKRs und schuf die Klasse der 80-cm³-Leichtkrafträder. In den 1980er-Jahren aber ging dieser besondere deutsche Markt der Leichtmotorfahrzeuge stark zurück, da auch hier die Versicherungsprämien extrem stiegen. Umbauten in die 10-PS-Klasse durften nur mit Führerschein Klasse 1 ab 18 Jahren gefahren werden. Hercules hatte nach dem wirtschaftlichen Ausfall der Leichtkrafträder keine entsprechenden Angebote bei größeren Motorrädern.
 
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Hercules aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
 
 
weitere Links zu Hercules:
zur Homepage des Herstellers
Motorrad-Bilder von Hercules
Bücher über Hercules
 
 
 
 
 
 
 
Partner von
 
     
 
Anzeige:
 
     
 
Anzeige:
 
       
Sitemap | Kontakt | Impressum